Kaffee-Degustation mit Freunden organisieren

Für eine gelungene Kaffee-Degustation mit Freunden genügen drei unterschiedliche Kaffees, eine reproduzierbare Brühmethode, kleine Mengen und einige stille Minuten für Notizen vor dem Gespräch. Halten Sie Dosis, Wasser, Mahlgrad, Temperatur und Tassen möglichst gleich. So vergleicht die Gruppe vor allem Kaffee statt Zubereitungsfehler.

Die professionelle Coffee Value Assessment der Specialty Coffee Association trennt heute objektive Beschreibung, persönliche oder marktbezogene Vorliebe und Informationen ausserhalb der Tasse. Diese Unterscheidung ist auch zu Hause hilfreich, ohne aus dem Abend eine Prüfung zu machen.

Das einfachste erste Format #

Format Vorteil Grenze
Drei Kaffees, gleiche Methode Klarster Vergleich für Einsteiger Sagt weniger über Brühmethoden
Cupping zu Hause Effizienter Direktvergleich Braucht gleiche Schalen und Löffel
Ein Kaffee, drei Methoden Zeigt den Einfluss der Extraktion Mehr Material und Koordination
Blind codierte Tassen Reduziert Preis- und Markenbias Jemand muss die Codes vorbereiten

Rechnen Sie für vier bis sechs Personen mit ungefähr einer Stunde. Für einen didaktischeren Anlass gibt es den ausführlichen Degustationsworkshop.

Kaffeemenge und Auswahl #

Drei Kaffees reichen. Für kleine Cupping- oder Filterportionen für vier bis sechs Personen sind ungefähr 20 bis 30 g je Sorte ein brauchbarer Ausgangspunkt, plus Reserve für eine Wiederholung. Vier oder fünf Proben eignen sich für Geübte; mehr ermüdet schnell.

Wählen Sie echte Kontraste statt Länderklischees:

  • gewaschene und natural Aufbereitung;
  • helle und mittlere Röstung;
  • floral oder fruchtig gegen schokoladig oder nussig;
  • Arabica gegen eine Mischung mit Robusta;
  • lokal in der Schweiz geröstet gegen ein Standardprodukt;
  • regulär gegen Decaf am Abend.

Herkunft garantiert kein Aroma. Sorte, Aufbereitung, Röstung, Frische und Extraktion entscheiden mit. Kaufen Sie Packungen, die genügend konkrete Angaben für die spätere Diskussion bieten.

Praktische Materialliste #

  • Mühle mit Mahlwerk und grammgenaue Waage;
  • Wasserkocher und angenehm schmeckendes Wasser;
  • eine stabile Filtermethode, French Press oder gleiche Cupping-Gefässe;
  • identische Tassen;
  • beim Cupping ein sauberer Löffel pro Person;
  • stilles Wasser, neutrales Brot oder Cracker;
  • Papier, Stifte und Codes A, B und C.

Bei stark unterschiedlichen Mahlgraden vergleicht man eher Extraktion als Bohnen. Der Mahlgrad-Leitfaden liefert Ausgangspunkte.

Zwei einfache Zubereitungen #

Für Cupping zu Hause verwenden Sie 8 bis 10 g Kaffee auf 150 ml Wasser in gleichen Tassen. Gleich aufgiessen, gleich lange ziehen lassen, die Kruste brechen und entfernen, danach beim Abkühlen kleine Löffel probieren. Der Probierlöffel kommt nicht direkt vom Mund zurück in eine gemeinsame Schale; verwenden Sie individuelle Löffel oder einen klaren Spülablauf.

Für Filterkaffee gilt ein Rezept für alle Proben, etwa 12 g auf 200 g Wasser. Brühen Sie in derselben Reihenfolge und servieren Sie blind codiert. Drei Kaffees mit drei verschiedenen Geräten sind nur dann sinnvoll, wenn die Methode selbst das Thema ist.

Entspannter Ablauf für eine Stunde #

  1. Vorgehen erklären, Preis und Marke aber verbergen.
  2. Frisch gemahlene Proben riechen.
  3. Mit einem festen Rezept brühen.
  4. Warm und später nochmals kühler probieren.
  5. Jede Person notiert drei Wörter für sich.
  6. Aroma, Säure, Süsse, Bitterkeit, Körper und Nachgeschmack besprechen.
  7. Packungen aufdecken und Erwartung mit Erlebnis vergleichen.
  8. Den Favoriten auf Wunsch als volle Tasse nachbrühen.

Sobald eine Person Erdbeere sagt, beginnen andere ebenfalls danach zu suchen. Darum entstehen die ersten Eindrücke still.

Alltagssprache genügt #

Fragen Sie, welche Tasse lebhafter, runder, bitterer, leichter, seidiger oder anhaltender wirkt. Kakao, Toast, Zitrus, Blüten und Nüsse sind brauchbare Wörter und bedeuten nicht, dass diese Zutaten enthalten sind. Das World Coffee Research Sensory Lexicon ist eine Referenz, keine Pflichtliste.

Trennen Sie Beschreibung und Gefallen: «lebhaft und leicht» beschreibt, «ich mag die rundere Tasse lieber» bewertet. Beides ist legitim.

Speisen, Portionen und Koffein #

Während des Vergleichs reichen Wasser und allenfalls neutrales Brot. Schokolade, Käse, Gewürze und süsses Gebäck kommen danach. Kleine Portionen halten auch das Koffein im Blick. Die EFSA nennt 400 mg pro Tag als Menge ohne Sicherheitsbedenken für die meisten gesunden Erwachsenen, doch Kaffeegehalt und persönliche Empfindlichkeit variieren. Bieten Sie Decaf an und drängen Sie niemanden, jede Tasse auszutrinken.

Ein guter Abend braucht keinen einstimmigen Sieger. Er gelingt, wenn alle klarer erklären können, warum zwei Tassen verschieden wirken und welchen Kaffee sie nochmals wählen würden.

Nach dem Aufdecken #

Fotografieren Sie die Packungen und sammeln Sie die Notizen, bevor der Tisch abgeräumt wird. Vergleichen Sie nicht nur den Favoriten, sondern auch die Wörter, bei denen sich die Gruppe einig oder uneinig war. Bereiten Sie den beliebtesten Kaffee danach nochmals als normale Portion zu. So zeigt sich, ob der Eindruck auch ausserhalb der kleinen Probe trägt. Reste bleiben beschriftet und luftdicht verpackt; beim nächsten Treffen kann ein Parameter gezielt verändert werden, etwa Mahlgrad oder Wassertemperatur.