Kaffee richtig dosieren: Mengen für jede Zubereitungsart

Die kurze Antwort #

Für ausgewogenen Filterkaffee sind rund 55 bis 65 Gramm gemahlener Kaffee pro Liter Wasser ein sinnvoller Ausgangspunkt. Das entspricht ungefähr 7 bis 8 Gramm pro 125-ml-Tasse. Die technischen Anforderungen des SCA Certified Home Brewer Programms beginnen bei 55 g/L und passen Mahlgrad sowie Kontaktzeit so an, dass die gewünschte Extraktion erreicht wird.

Andere Methoden brauchen andere Verhältnisse. Bei Espresso, Mokkakanne und Cold Brew verändern Druck, Mahlgrad und Kontaktzeit die Zubereitung grundlegend.

Filterkaffee für 2 bis 12 Tassen #

Die Tabelle rechnet mit 125 ml pro Tasse. Diese kleine Einheit ist auf vielen europäischen Kaffeemaschinen üblich. Ein grosser Becher mit 250 ml zählt entsprechend als zwei solcher Tassen.

Anzahl Tassen Wasser Gemahlener Kaffee Gestrichene Teelöffel zu etwa 5 g
2 250 ml 14 bis 16 g etwa 3
4 500 ml 28 bis 33 g 6 bis 7
6 750 ml 41 bis 49 g 8 bis 10
8 1 l 55 bis 65 g 11 bis 13
10 1,25 l 69 bis 81 g 14 bis 16
12 1,5 l 83 bis 98 g 17 bis 20

Ein Teelöffel ist keine verlässliche Masseinheit. Je nach Röstung, Mahlgrad und Form des Löffels passen deutlich unterschiedliche Mengen hinein. Wer ein Ergebnis wiederholen möchte, verwendet eine Waage.

Weshalb die Dosierung so wichtig ist #

Beim Brühen sind zwei Begriffe zu unterscheiden:

  • Stärke oder Konzentration beschreibt, wie viel gelöster Kaffee im fertigen Getränk enthalten ist.
  • Extraktionsausbeute beschreibt, welcher Anteil der löslichen Bestandteile aus dem Kaffeemehl gelöst wurde.

Mehr Kaffeemehl macht ein Getränk zunächst konzentrierter, führt aber nicht automatisch zu einer höheren Extraktionsausbeute. Diese hängt auch von Mahlgrad, Zeit, Temperatur, Wasser und Durchfluss ab. In den SCA-Anforderungen für Filtermaschinen liegt der technische Zielbereich bei 18 bis 22 Prozent Extraktionsausbeute und 1,15 bis 1,45 Prozent gelösten Bestandteilen. Das ist ein professioneller Referenzrahmen, keine Garantie für den persönlichen Lieblingsgeschmack.

Was Sie zum Dosieren brauchen #

  1. Eine Küchenwaage mit 1-Gramm-Schritten reicht für Filterkaffee, French Press und Mokkakanne. Für Espresso sind 0,1-Gramm-Schritte praktischer.
  2. Eine Messkanne oder die Waage für das Wasser. Ein Gramm Wasser entspricht für den Küchengebrauch ungefähr einem Milliliter.
  3. Ein Timer hilft, Mahlgrad und Kontaktzeit getrennt von der Dosierung zu beurteilen.
  4. Ein Notizwert pro Kaffee genügt. Halten Sie Dosis, Wassermenge und Mahlgradeinstellung fest und verändern Sie beim nächsten Versuch nur eine Grösse.

Dosierung für Filterkaffee #

Beginnen Sie mit 60 g Kaffee pro Liter Wasser. Für 500 ml sind das 30 g, für 750 ml 45 g. Die National Coffee Association nennt als leicht zugänglichen Richtwert ein bis zwei Esslöffel pro 6 US-fluid-ounces Wasser. Gramm sind genauer, weil Löffelvolumen und Kaffeedichte schwanken.

Für eine gleichmässige Zubereitung:

  1. Prüfen Sie zuerst, wie gross die vom Hersteller gemeinte Tasse ist.
  2. Verwenden Sie einen mittleren Mahlgrad als Ausgangspunkt.
  3. Spülen Sie einen Papierfilter mit heissem Wasser, wenn Material und Gerät dies zulassen.
  4. Bei sehr dünnem Kaffee erhöhen Sie nicht sofort die Dosis. Ein feinerer Mahlgrad kann die passendere Korrektur sein.
  5. Bei trockenem, schwerem oder deutlich bitterem Kaffee mahlen Sie zunächst etwas gröber.

Die SCA-Prüfung für zertifizierte Filtermaschinen arbeitet mit 92 bis 96 °C am Kaffeebett. Bei einer Handzubereitung ist diese Spanne ebenfalls ein brauchbarer Startwert, nicht aber für jede Bohne eine zwingende Vorgabe.

Wie Mahlgrad und Brühzeit zusammenwirken, erklärt der Ratgeber Mahlgrad nach Zubereitungsart.

Dosierung für die French Press #

Für eine Stempelkanne sind 60 bis 70 g pro Liter ein guter Einstieg. Das ergibt:

  • 15 bis 18 g für 250 ml;
  • 30 bis 35 g für 500 ml;
  • 45 bis 53 g für 750 ml;
  • 60 bis 70 g für 1 Liter.

Verwenden Sie einen gleichmässig groben Mahlgrad und beginnen Sie mit ungefähr vier Minuten Kontaktzeit. Drücken Sie den Stempel langsam hinunter und giessen Sie den Kaffee danach aus der Kanne, damit er nicht weiter auf dem Satz steht.

Eine French Press hält die Kaffeeöle und damit die Diterpene Cafestol und Kahweol weniger stark zurück als ein Papierfilter. Die Forschung zeigt, dass häufiger Konsum von ungefiltertem Kaffee den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen kann. Die Wirkung hängt von Zubereitung und Menge ab. Wer erhöhte Blutfettwerte hat oder täglich mehrere grosse Portionen ungefilterten Kaffee trinkt, sollte dies mit einer medizinischen Fachperson besprechen. Einen einzelnen gelegentlichen Kaffee muss man daraus nicht zum Gesundheitsrisiko erklären.

Dosierung für die Mokkakanne #

Bei der Mokkakanne wird nicht primär mit einem frei wählbaren Verhältnis gearbeitet. Verwenden Sie die für das Modell vorgesehenen Füllstände:

  1. Wasser bis knapp unter das Sicherheitsventil einfüllen, sofern die Anleitung Ihres Modells nichts anderes vorgibt.
  2. Den Trichtereinsatz locker bis zum Rand mit mittelfein gemahlenem Kaffee füllen.
  3. Das Kaffeemehl nicht festdrücken.
  4. Die Kanne bei kleiner bis mittlerer Hitze erwärmen und vom Herd nehmen, bevor sie stark sprudelt.

Die Anleitung der Bialetti Moka Express warnt davor, den Kaffee anzupressen oder Wasser über das Sicherheitsventil zu füllen. Beides kann den vorgesehenen Durchfluss beeinträchtigen.

Als grobe Orientierung fassen viele 3-Tassen-Modelle etwa 15 bis 18 g Kaffee, 6-Tassen-Modelle ungefähr 25 bis 30 g. Das tatsächliche Volumen hängt vom Hersteller und Modell ab. Eine Moka-"Tasse" ist zudem deutlich kleiner als eine 125-ml-Kaffeetasse und erst recht kleiner als ein Schweizer Frühstücksbecher. Entscheidend ist die Anleitung der eigenen Kanne.

Dosierung für Espresso #

Ein klassischer einfacher Espresso lässt sich mit 7 bis 9 g Kaffee und etwa 25 bis 35 ml Getränk beschreiben. Für moderne Doppelsiebe sind 16 bis 20 g verbreitet. Viele Baristas steuern das Ergebnis heute nach Gewicht und beginnen beispielsweise mit einem Verhältnis von 1:2: Aus 18 g Kaffeemehl entstehen etwa 36 g Espresso.

Die historische Definition der Specialty Coffee Association nennt 7 bis 9 g für einen einfachen Espresso, 90,5 bis 96,1 °C, 9 bis 10 Atmosphären und 20 bis 30 Sekunden. Das Istituto Espresso Italiano beschreibt seinen zertifizierten Espresso vor allem sensorisch und als Getränk von ungefähr 25 ml. Diese Werte sind Referenzen bestimmter Stile, keine Vorschrift für jede moderne Röstung.

Für die Einstellung zu Hause:

  • Läuft ein Espresso sehr schnell und schmeckt dünn oder stechend, mahlen Sie feiner.
  • Tropft er nur langsam und schmeckt trocken oder übermässig bitter, mahlen Sie gröber.
  • Verändern Sie die Dosis nur innerhalb des Bereichs, für den das Sieb ausgelegt ist.
  • Ein gleichmässig verteilter Puck ist wichtiger als möglichst starker Druck beim Tampen.

Dosierung für Cold Brew #

Für trinkfertigen Cold Brew funktionieren 60 bis 90 g grob gemahlener Kaffee pro Liter Wasser als Startbereich. Für ein Konzentrat können Sie 150 bis 200 g pro Liter verwenden und es beim Servieren mit Wasser oder Eis verdünnen.

Lassen Sie den Kaffee je nach Rezept 12 bis 18 Stunden im Kühlschrank ziehen und filtern Sie ihn anschliessend sorgfältig. Kalt extrahierter Kaffee ist nicht automatisch keimfrei. Arbeiten Sie mit sauberen Gefässen, kühlen Sie das Getränk durchgehend unter 5 °C und verbrauchen Sie es rasch. Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen weist darauf hin, dass verderbliche Lebensmittel und Reste gekühlt werden sollen. Sobald Milch oder Pflanzendrink dazukommt, gelten deren Aufbewahrungshinweise zusätzlich.

Wie viele Tassen ergeben 250 g Kaffee? #

Die Antwort hängt von der Tassengrösse ab:

  • bei 7 bis 8 g pro kleiner Filtertasse: etwa 31 bis 35 Tassen zu 125 ml;
  • bei 15 g pro Becher: etwa 16 Becher zu 250 ml;
  • bei 8 g pro einfachem Espresso: etwa 31 Portionen;
  • bei 18 g pro doppeltem Espresso: knapp 14 Portionen.

Die Angabe "Tassen pro Packung" ist deshalb nur sinnvoll, wenn Dosis und Getränkemenge mitgenannt werden.

So passen Sie den Geschmack an #

Schmeckt der Kaffee bitter, trocken oder schwer, kann er überextrahiert sein. Mahlen Sie etwas gröber oder verkürzen Sie die Kontaktzeit. Schmeckt er sauer, dünn oder leer, kann eine feinere Mahlung oder längere Kontaktzeit helfen.

Stärke und Extraktion sind dabei nicht dasselbe. Ist ein Kaffee geschmacklich ausgewogen, aber zu kräftig, geben Sie etwas Wasser hinzu oder senken Sie beim nächsten Mal die Dosis. Ist er ausgewogen, aber zu schwach, erhöhen Sie die Dosis. So vermeiden Sie, mit der Kaffeemenge ein Problem zu korrigieren, das eigentlich vom Mahlgrad stammt.

Das Wichtigste auf einen Blick #

  • Filterkaffee: 55 bis 65 g/L, häufig 60 g/L als Startpunkt.
  • French Press: 60 bis 70 g/L bei ungefähr vier Minuten.
  • Mokkakanne: Einsatz locker füllen, nicht pressen, Wasser nicht über das Sicherheitsventil.
  • Espresso: je nach Sieb und Stil etwa 7 bis 9 g einfach oder 16 bis 20 g doppelt.
  • Cold Brew: 60 bis 90 g/L trinkfertig, 150 bis 200 g/L als Konzentrat.

Eine Waage schafft zuverlässigere Ergebnisse als jeder Dosierlöffel. Notieren Sie eine funktionierende Kombination und ändern Sie jeweils nur einen Parameter. So finden Sie schneller eine Dosierung, die zu Ihrer Bohne, Ihrem Gerät und Ihrem Geschmack passt.

Quellen #