Ein Café crème kostet in der Deutschschweizer Gastronomie durchschnittlich Fr. 4.65. Das ist der Wert der Kaffeepreisumfrage 2025 von CafetierSuisse, dem Verband der Cafetiers, veröffentlicht am 24. November 2025. Ein Cappuccino kostet in derselben Erhebung Fr. 5.37.
Zwei Präzisierungen sind wichtig, bevor man diese Zahlen verwendet. Erstens handelt es sich um einen Durchschnitt, nicht um einen Tarif: Dieselbe Tasse kostet im Tea-Room auf dem Land oft weniger als Fr. 4 und auf einer touristischen Terrasse mehr als Fr. 6. Zweitens wurde nur in der Deutschschweiz erhoben. Der Medientext spricht zwar von der «Schweizer Gastronomie», die Umfrage selbst umfasst aber ausschliesslich Betriebe der Deutschschweiz. Für die Romandie und das Tessin veröffentlicht der Verband keinen vergleichbaren Durchschnitt. Fr. 4.65 ist also kein Landesmittel.
Diese Seite behandelt den Preis im Café oder Restaurant. Was eine Tasse zu Hause kostet, berechnen wir separat: Kaffee zu Hause, Kosten pro Tasse in der Schweiz.
Kurze Antwort #
| Getränk | Erhobener Durchschnittspreis | Jahr und Erhebungsgebiet |
|---|---|---|
| Café crème | Fr. 4.65 | 2025, Gastronomie der Deutschschweiz |
| Cappuccino | Fr. 5.37 | 2025, Deutschschweiz, erstmals erhoben |
| Café crème, Vorjahr | Fr. 4.58 | 2024, gleiches Gebiet |
Der Anstieg 2025 beträgt 7 Rappen oder 1.53 Prozent in einem Jahr. Es ist das sechste Jahr in Folge mit einer Preiserhöhung. In zehn Jahren ist der Preis für einen Café crème um insgesamt 45 Rappen gestiegen.
In Euro: Zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 1. Oktober 2026 (1 EUR = Fr. 0.9437) entsprechen Fr. 4.65 rund EUR 4.93 und Fr. 5.37 rund EUR 5.69. Wechselkurse ändern sich täglich. Die Werte sind deshalb eine Grössenordnung, keine Umrechnung für die Abrechnung.
Was die Umfrage tatsächlich misst #
CafetierSuisse führt diese Umfrage bereits zum 38. Mal durch. Erhoben werden die tatsächlich angewandten Verkaufspreise, nicht angekündigte Listenpreise, in Cafés, Café-Konditoreien, Café-Bäckereien, Café-Bistros und entsprechenden Restaurantbetrieben der Deutschschweiz. Der Verband vertritt rund 1400 Betriebe in dieser Region.
Daraus ergeben sich drei Grenzen, die man im Kopf behalten sollte:
- Das Sprachgebiet. Für die Romandie und das Tessin veröffentlicht der Verband keinen Durchschnitt. Fr. 4.65 auf Genf, Lausanne oder Lugano zu übertragen, ist eine Hochrechnung, keine Messung.
- Die Art des Betriebs. Cafés und Tea-Rooms prägen die Stichprobe. Hotelbar, Bahnhof, Flughafen oder Spezialitätenkaffee-Bar folgen einer anderen Preislogik.
- Das Getränk. Ein Café crème ist ein langer Kaffee, serviert mit Rahm oder Milch. Er ist weder ein kurzer Espresso noch ein Cappuccino. Zwei Rechnungen lassen sich nur vergleichen, wenn es zweimal um dasselbe Getränk geht.
CafetierSuisse betont ausserdem einen nützlichen Punkt: Der Verband spricht keine Preisempfehlungen aus. Die Preisgestaltung liegt im Ermessen der einzelnen Betriebe und hängt von Konkurrenzsituation, Betriebskonzept und Standort ab. Der Durchschnitt beschreibt also einen Markt. Er ist kein Richtpreis, an dem sich eine Rechnung messen lässt.
Warum Ihre Tasse so viel kostet #
Laut Verband sind Personal-, Energie- und Betriebskosten die Haupttreiber des Anstiegs. Das ist der Schlüssel zum Unterschied gegenüber dem Kaffee zu Hause: In einer servierten Tasse ist der Kaffee selbst ein kleiner Kostenposten.
Der Rest bezahlt die Servicezeit, den Platz, den Sie belegen, das Geschirr, die Geschäftsmiete und die Sozialabgaben. Deshalb können zwei Lokale im Abstand von 200 Metern Fr. 3.80 und Fr. 6 für ein vergleichbares Getränk verlangen, ohne dass eines davon aus dem Rahmen fällt.
Der Unterschied zum Kaffee zu Hause #
Das ist der aussagekräftigste Vergleich. Eine Tasse zu Hause kostet in der Schweiz mit gemahlenem Kaffee aus dem Supermarkt wenige Rappen und mit manchen Kapseln mehr als Fr. 1. Unsere Berechnung der Kaffeekosten pro Tasse zeigt die Spannen nach Methode, mit Annahmen zur Dosis und versteckten Kosten.
Das Verhältnis liegt also oft bei 1 zu 20 oder darüber. Das ist keine Anomalie: Man kauft nicht dasselbe Produkt. Im Café kauft man einen Ort, eine Dienstleistung und einen Moment. Zu Hause kauft man Kaffee und Strom.
Eine Grössenordnung zur Einordnung: Laut derselben Medienmitteilung von CafetierSuisse tranken die Menschen in der Schweiz 2024 durchschnittlich 1237 Tassen pro Kopf, womit das Land weiterhin zur internationalen Spitze gehört. Zum durchschnittlichen Cafépreis bezahlt, ergäben diese 1237 Tassen rund Fr. 5750 pro Person und Jahr. Die Rechnung ist bewusst theoretisch, weil die meisten dieser Tassen zu Hause oder am Arbeitsplatz getrunken werden. Sie zeigt aber, warum die Wahl zwischen beidem das Budget spürbar beeinflusst.
Take-away: warum es oft günstiger ist #
Dafür gibt es einen konkreten steuerlichen Grund, der für die Schweiz typisch ist. Seit dem 1. Januar 2024 gelten laut Eidgenössischer Steuerverwaltung folgende Mehrwertsteuersätze: 8.1 Prozent Normalsatz, 2.6 Prozent reduzierter Satz und 3.8 Prozent Sondersatz für Beherbergung.
Wie GastroSuisse festhält, unterliegen gastgewerbliche Leistungen dem Normalsatz von 8.1 Prozent. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke beim Verkauf über die Gasse oder bei Hauslieferungen fallen dagegen unter den reduzierten Satz von 2.6 Prozent. Voraussetzung ist, dass vor Ort keine Zubereitungs- oder Servierleistungen erbracht werden.
Die Wirkung in Zahlen, bei gleicher Marge für den Betrieb:
| Situation | MWST-Satz | Preis für denselben Betrag ohne Steuer |
|---|---|---|
| Konsum vor Ort | 8.1 % | Fr. 4.65 |
| Verkauf über die Gasse | 2.6 % | rund Fr. 4.41 |
Die Rechnung: Fr. 4.65 geteilt durch 1.081 ergibt rund Fr. 4.30 ohne Steuer; diese Fr. 4.30 plus 2.6 Prozent ergeben rund Fr. 4.41. Die Mehrwertsteuer allein erklärt also einen Unterschied von etwa 24 Rappen, rund 5 Prozent.
Zwei ehrliche Einschränkungen. Viele Betriebe gewähren für Take-away einen deutlich grösseren Abschlag als 24 Rappen, weil sie zusätzlich Service am Tisch, Abwasch und Sitzplatz einsparen. Andere verlangen in beiden Fällen denselben Preis, was völlig legal ist: Nichts verpflichtet einen Betrieb, den Steuersatzunterschied an die Kundschaft weiterzugeben.
Eine Karte ohne böse Überraschung lesen #
Einige nützliche Reflexe in der Schweiz:
- Der angeschriebene Preis ist der zu zahlende Preis. Er enthält Mehrwertsteuer und Service. Ein Trinkgeld bleibt eine freiwillige Geste, kein erwarteter Zuschlag.
- Aufs Getränk achten, nicht aufs Wort. Espresso, Café crème, Schale und Cappuccino haben weder dasselbe Volumen noch denselben Preis. Steht auf der Karte nur «Kaffee», lohnt sich eine Nachfrage.
- Terrasse und Lage kosten mit. Bahnhöfe, Flughäfen, touristische Innenstädte und Bergorte liegen strukturell am oberen Ende der Spanne.
- Ein hoher Preis garantiert keine Qualität. Er spiegelt vor allem Lage und Kosten. Um eine wirklich sorgfältig zubereitete Tasse zu erkennen, helfen unsere Hinweise zu Spezialitätenkaffee in der Schweiz mehr als der Rechnungsbetrag.
Kaffee hat in den Schweizer Gewohnheiten einen besonderen Platz, und dieser Platz erklärt zum Teil, warum die Preise akzeptiert werden. Mehr dazu in unserem Artikel über Kaffee in der Schweizer Kultur.
Wenn Sie weniger ausgeben möchten #
Drei konkrete Abwägungen, ohne auf den Genuss zu verzichten:
- Einen Teil des Konsums verlagern. Wer einen täglichen Kaffee im Café durch eine Tasse im Büro oder zu Hause ersetzt, verändert die Grössenordnung, nicht nur den Betrag. Unsere Hinweise zu Kaffee im Büro helfen, das ohne Verlust des Rituals zu organisieren.
- Zu Hause Vergleichbares vergleichen. Originalkapseln liegen deutlich über Bohnen aus dem Supermarkt; unser Ratgeber zu Nespresso-kompatiblen Kapseln in der Schweiz zeigt die Unterschiede und die Rechenfallen.
- Bewusst wählen, wo man den vollen Preis zahlt. Fr. 6 bei einer Rösterei oder einem Café zu zahlen, das sorgfältig arbeitet, ist vertretbar; sie aus Gewohnheit am Bahnhof zu zahlen, weniger. Gute Adressen finden Sie mit unseren Kriterien, um handwerklichen Kaffee in der Schweiz auszuwählen.
Das Wichtigste #
- Der Durchschnittspreis für einen Café crème in der Gastronomie der Deutschschweiz beträgt 2025 Fr. 4.65, für einen Cappuccino Fr. 5.37.
- Es ist ein Marktdurchschnitt nur für die Deutschschweiz: Für die Romandie und das Tessin veröffentlicht der Verband keine Zahl, und die reale Spanne reicht oft von unter Fr. 4 bis über Fr. 6.
- Der Preis stieg in einem Jahr um 7 Rappen und in zehn Jahren um 45 Rappen, getrieben von Personal-, Energie- und Betriebskosten.
- Die Mehrwertsteuer rechtfertigt etwa 24 Rappen Unterschied zwischen Konsum vor Ort und Take-away; beobachtete Unterschiede sind oft grösser, aus Service- und nicht aus Steuergründen.
- Der Abstand zum Kaffee zu Hause liegt oft bei 1 zu 20: Im Café bezahlt man vor allem etwas anderes als Kaffee.